Instagram Bots

Mit Instagram Bots zum schnellen Erfolg?!

Instagram

Soziale Anerkennung wirkt wie eine Droge. Sie macht uns so glücklich, dass wir fast alles dafür tun. Mithilfe sogenannter Bots kann die Online-Bekanntheit noch schneller zu erreichet werden.

Social Bots sind Programme, die in sozialen Netzwerken menschliche Verhaltensmuster simulieren. Sie wirken so, als stecke ein menschlicher Nutzer dahinter. Die Profile von Bots sehen auf den ersten Blick aus, wie die eines normalen Nutzers. Hinter den Bots steckt keine ausgefeilte künstliche Intelligenz oder ein komplexer Algorithmus. Die Programmierung ist leicht und dennoch effektiv. Es gibt dafür kostenlose Software im Netz, die sich mit wenigen Änderungen im Code schnell einsetzen lässt. Anbieter sind beispielsweise Instagress, Archie oder Crowdfire. Einige dieser Anbieter haben ihren Service jedoch mittlerweile eingestellt.

Wie funktionieren diese Bots?

Sie arbeiten mit einfachen Keyword-Suchen, scannen Twitter-Timelines oder Facebook-Posts nach bestimmten Wörtern und Hashtags. Findet ein Bot die richtigen Wörter, dann tritt er in Aktion. Mit vorgefertigten Antworten kommentiert er Beiträge oder versucht, andere Nutzer in ein fiktives Gespräch zu verwickeln. Das klappt mal mehr und mal weniger gut, denn die Konversation kann er dann natürlich nicht aufrechterhalten. Aus diesem Grund werden die von Bots gesteuerten Aktionen häufig als unauthentisch empfunden.

Die Automatisierungs-Tools sollen eine menschliche Präsenz im Web vortäuschen, um somit die eigene Community zu vergrößern und „echte“ Nutzer zu Followern zu machen anstatt Follower zu kaufen. Bots erteilen „Gefällt mir“-Angaben, folgen Accounts oder setzten Kommentare zu bestimmten Keywords oder gezielten Hashtags. Sie können schneller als ein realer Mensch auf Nachrichten reagieren und sie verbreiten. Retweetet ein Account regelmäßig beispielsweise schon eine Sekunde nach der Veröffentlichung eines Tweets, handelt es sich wahrscheinlich um einen Bot.

Social Bots ermöglichen es, die Daten von Kontakten einzulesen und zu sammeln, weshalb sie sich auch gut für Marketing- und Propagandazwecke eignen. Wenn ein Social Bots auf Facebook eine Freundschaftsanfrage versendet und diese dann auch angenommen wird, kann er ohne Probleme die Profildaten auslesen. Anhand der Daten kann so beispielsweise personalisierte Werbung geschalten werden. Mittlerweile ist auch die Politik auf Bedrohung durch Social Bots aufmerksam geworden. Die Justizminister der Länder wollen sie verbieten, die Grünen fordern eine Transparenzpflicht, CDU/CSU sogar Strafen bei Missbrauch. Damit sind Social Bots zu einer großen Debatte im Wahlkampf 2017 geworden.

Ist die Nutzung überhaupt erlaubt?

Like-Bots: Instagram will die Follower-Programme aussperren. Die Lage ist hier relativ klar, weil Instagress & Co. gegen die Terms of Service von Instagram verstoßen. Die Gemeinschaftsrichtlinien von Instagram sind klar formuliert: „Hilf uns dabei, frei von Spam zu bleiben, indem du nicht versuchst, künstlich „Gefällt mir“-Angaben, Abonnenten oder geteilte Inhalte zu sammeln, nicht wiederholt dieselben Kommentare oder Inhalte postest…“. Das Unternehmen geht offenbar gegen Nutzer der Bots vor, es finden sich nach kurzer Suche viele Beschwerden über gesperrte oder gelöschte Accounts im Netz. Wer also bisher mühsam einen Account aufgebaut hat und mit Instagress oder einem ähnlichen Tool schnell weitere Reichweite aufbauen will, geht immer das Risiko ein, alles zu verlieren. Instagress selbst will das mit verschiedenen Methoden verhindern.

Wie bereits beschrieben, sollen Nutzer mit wenigen Followern laut Empfehlung langsam starten und nur wenige Likes oder Kommentare pro Stunde auslösen. Damit will Instagress einen „echten“ Social-Media-Manager simulieren und so Instagram täuschen. Accounts mit vielen Followern könnten aber laut Instagress hunderte Likes pro Stunde verteilen, ohne gelöscht zu werden. Aber das Risiko bleibt natürlich bei den Nutzern.

Lohnt sich das?

Wer Instagram-Bots nutzt, muss bereit sein, auf einen persönlichen Feed zu verzichten. Aber wenn man keinen Wert auf einen individuellen Feed legt, um mehr über die eigene Community zu lernen, ist das kein Problem. Automatische Kommentare können unmöglich funktionieren. Das Risiko ist einfach zu groß. Im besten Fall ist das Ergebnis nur seltsam, im schlechtesten Fall entsteht sogar Schaden. Teenager-Selfies wollen Sie einfach nicht kommentieren, auf keinen Fall. Da die Nutzung der Bots für Kommentare oder automatisches Folgen gegen die Nutzungsrichtlinien von Instagram verstößt, ist ein ständig flaues Gefühl im Magen vorprogrammiert. Man muss sich permanent Sorgen machen, dass der Instagram-Account gesperrt werden könnte.

Für eine Marke kann die Sperre eines Accounts sogar ein noch größeres Problem darstellen. Und das ist es einfach nicht wert. Ja, man kann durch Bots Follower gewinnen. Aber mehr Follower bedeuten nicht automatisch mehr Engagement auf der eigenen Seite. Die Arbeit, um mit den eigenen Fotos traffic auf seinem Profil zu haben, bleibt einem damit nicht erspart. Der menschliche Faktor in der Interaktion, den die Nutzer von einer Marke erwarten, kann und sollte auch nicht automatisiert werden.

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