Suchmaschinenoptimierung in der Praxis - Die Grundlagen der SEO

Relevanz der Suchmaschinenoptimierung

Allgemein, Content Marketing, Digital Marketing, Methoden & Tools, Mobile Marketing, SEO

Definition Suchmaschinenoptimierung

Seit Beginn der Jahrhundertwende hat sich das Internet zu einem Medium entwickelt, in welchem das Bereitstellen und Auffinden von Informationen eine zunehmende Rolle spielt. Mit der im Jahre 1998 von Larry Page und Sergey Brin gegründete Suchmaschine Google wurde eine Revolution des Internets herbeigeführt. Das Geschäftskonzept von Google sieht vor, mithilfe eines speziellen Suchalgorithmus, Anzeigen anhand der Suchanfragen zu platzieren.[1] In der vorliegenden Arbeit wird der Fokus auf die Suchmaschine Google gelegt, da der Marktanteil in Deutschland bei Desktopsuchen beinahe 86% beträgt. Sogar 99% der mobilen Suchanfragen entfallen dabei auf Google.[2]

„SEO (Search Engine Optimization; z.dt. Suchmaschinenoptmierung) bezeichnet die gezielte Anpassung von Webseiten, um in Suchmaschinen für zuvor definierte Suchbegriffe in den Suchergebnissen möglichst vordere Positionen einzunehmen.“[3] Nach dem Gabler Wirtschaftslexikon umfasst Suchmaschinenoptmierung alle Maßnahmen, welche dazu dienen, eine erhöhte Sichtbarkeit der Webseiten in einer Suchmaschine zu generieren. Zudem werden alle Tätigkeiten zur Verbesserung einer Platzierung des Webauftritts beschrieben. Dabei ist das wesentliche Ziel, eine bestimmte auslesbare und messbare Faktoren einer Webseite so zu beeinflussen, dass diese von den Suchmaschinen relevante Faktoren identifiziert werden.[4] Zu beachten ist hierbei, dass lediglich die organischen bzw. natürliche Suchergebnisse davon betroffen sind. Optisch sind jene von den anorganischen bzw. unnatürlichen Suchergebnisse der Suchmaschine getrennt und befinden sich oberhalb der organischen. In Abbildung 1 ist in einer Suchmaschine nach dem Keywörtern studieren stuttgart gesucht worden und nach anorganisch und organisch differenziert worden.

SEO - Die Ergebnisseite von Google

Abb. 1: Anorganische und organische Suchergebnisse[5]

Suchmaschinenoptmierung kann dabei nur die organischen Sucherergebnisse beeinflussen. Die anorganischen können nur mithilfe monetärer Unterstützung erstellt und verändert werden. Zu beachten ist hierbei, dass diese Beeinflussung Zeit benötigt. Im Folgenden werden erste Schritte für die Verbesserung der Rangfolge erläutert. Ausschlaggebend sind hierbei die Keywords, welche die Basis der Suchmaschinenoptimierung darstellen und es zu recherchieren gilt. Um dies herauszufinden, eignet sich das Verständnis der Customer Journey, also wie ein Kunde auf die Webseite gelangt und bestenfalls ein Produkt oder eine Dienstleistung erwirbt. Mithilfe des wissenschaftlich anerkannten AIDA-Modell, lassen sich vier Stadien beschreiben, welche der Kunde durchläuft und folglich für die Suchmaschinenrangfolge von Relevanz ist. Im nachfolgenden Beispiel wird ein Student verwendet, welcher auf der Suche nach einem geeigneten Studiengang ist.

A – Attention: Als Beginner informiert sich der potenzielle Kunde mit allgemeinen und generischen Keywords. In diesem Fall würden Keywords wie „studieren“, „studieren tipps“ oder „studiengang test“ benutzt werden.

I – Interest: Wenn die Zielgruppe bereits informiert ist, wird dies gezielter danach suchen. Somit wäre hier der Einstieg in der zweiten Phase. Ein potenzieller Student, der weiß, welchen Studiengang er belegen möchte, würde diesen suchen. Beispielsweise „Studiengang Marketing“, „Studiengang Ingenieurswesen“, „Studiengang Controlling“ etc.

D – Desire: Der Kunde, welcher bei Desire einsteigt, ist meistens ein Experte und verfügt über Branchenwissen und/oder Produktwissen. In dieser Phase wird der Kunde nach spezifischeren Informationen suchen wie „Marketing DHBW Stuttgart“, „Ingenieurwesen Hochschule Pforzheim“ oder „Controlling Universität Hohenheim“.

A – Action: Der Kunde, bzw. der Student hat seine Entscheidung getroffen und wir nun das Produkt kaufen, bzw. sich für einen Studiengang einschreiben. Der potenzielle Student wird nach speziellen Keywords wie „Winkler duales Studium Marketing“ suchen.

 

 

On-Page Suchmaschinenoptimierung – SEO in der Praxis

Die On-Page Suchmaschinenoptimierung zählt zu den wichtigsten Aufgaben im Rahmen einer integrierten SEO-Strategie. Grundsätzlich geht es bei diesem Aspekt darum, Websites und die Inhalte dieser so aufzubereiten, dass diese auch von Suchmaschinen leicht erkannt und verstanden werden können. So ist es den Algorithmen von Google und Co. Beispielsweise (noch) nicht möglich, Bilder zuverlässig zu erkennen und ihren Sinn zu deuten.

On-Page SEO: Die relevantesten Aspekte von On-Page Suchmaschinenoptimierung

Abb. 2On-Page SEO: Maßnahmen im Überblick

Suchmaschinen das Verstehen der Inhalte ermöglichen

Genau für solche Fälle können im Rahmen der On-Page SEO Attribute zu verschiedenen Elementen geliefert werden, auf die sich die Suchmaschinen dann zur Erkennung Bewertung der Inhalte berufen können.

Die verschiedenen Attribute, die momentan für die Algorithmen der Suchmaschinen relevant sind, sind die folgenden:

Title-Attribut bei Links:

Diese Information wird dem Nutzer beim Mousover über einen Link oder Button angezeigt

Alt-Attribut bei Bildern:

Diese werden angezeigt, wenn das entsprechende Bild nicht geladen werden kann und sind somit die Information, die die Suchmaschinen statt der Bilder bewerten

Meta-Beschreibung der einzelnen Unterseiten:

Diese werden in der Regel unter dem Link auf der Ergebnissseite der Suchmaschinen angezeigt und liefern den Suchmaschinen Informationen, zum Content der jeweiligen Seite

Diese Attribute sollten einerseits möglichst suchmaschinenfreundlich optimier sein. Hierzu gehört die Verwendung der relevanten Keywords und die Abstimmung auf den jeweiligen Content. Zusätzlich sollten sie aber auch dem Nutzer einen Mehrwert bieten, also auch hinsichtlich der User Experience optimiert werden.

Weitere relevante Aspekte der On-Page Suchmaschinenoptimierung

Diese drei Aspekte sind zwar nicht die einzigen, aber sicher die aktuell wichtigsten im Rahmen der On-Page Suchmaschinenoptimierung. Darüber hinaus ist darauf zu achten, exakt eine H1-Überschrift zu verwenden, welche den Inhalt genau auf den Punkt trifft. H2-Überschriften können hingegen mehrere Verwendet werden, allerdings bietet auch hier sich die Verwendung der wichtigsten Keywords an. Auch eine Keyworddichte von 2-4% aber nicht mehr ist wichtig, um von Suchmaschinen als relevant eingestuft zu werden. Zu guter Letzt beachten viele Suchmaschinen mittlerweile auch die Lesbarkeit des Textes welche anhand des sog. Flesh-Wertes ermittelt wird. Hierfür bietet es sich an, kurze parataktische Sätze und keine Schachtelwörter zu verwenden. Auch eine gut lesbare URL-Struktur, durch die schon auf den Inhalt geschlossen werden kann, sowie ein ansprechender Seitentitel sind im Rahmen der SEO relevant.

Der technische Aspekt der On-Page Suchmaschinenoptimierung

Neben diesen inhaltsbezogenen Aspekten, ist es allerdings für die On-Page SEO genauso wichtig, den technischen Unterbau der Seite zu optimieren. Die Faktoren, die hierfür wichtig sind, sind die folgenden:

Sitemap:

Ein Verzeichnis, in dem alle Unterseiten einer Website aufgeführt sind, dieses erleichtert den Suchmaschinen das Crawling und sorgt für eine optimale und schnelle Indexierung

Robots.txt:

Diese Datei erlaubt bzw. verbietet den Suchmaschinen das Listen der entsprechenden Website oder Unterseite und sollte entsprechend der Intention der Website angepasst sein

Pagespeed:

Im Zeitalter von Mobile First ist es wichtig, dass die Website schnell lädt. Ladezeiten von bis zu 3 Sekunden bei Aufruf aus einem mobilen Datennetz werden als gut bewertet.

Mobile Optimierung bzw. Responsive-Design:

Die meiste Aufrufe von Websites stammen heute von mobilen Endgeräten. Es ist deshalb wichtig, dass die Seiten auch in der mobile-Version eine gute user Experience und Funktionalität bieten.

Die Title-Attribute liefern den Suchmaschinen Anhaltspunkte, wohin der entsprechende Link führen wird. Diese können dann mit der entsprechenden Zielseite abgeglichen werden. So kann geprüft werden, ob der entsprechende Link zu einer nützlichen Seite weiterführt und ob die versprochenen Inhalte auch eingehalten werden. Insbesondere, da die meisten Crawler das Web anhand von Links durchforsten, ist dieser Aspekt sehr relevant, wenn es um die sinnvolle Verlinkung innerhalb der Website oder ausgehende Links geht.

 

 

Off-Page-Optimierung

Die Off-Page-Optimierung gehört mit der On-Page-Optimierung zur Grundlage der SEO. Unter Off-Page-Optimierung werden die Maßnahmen verstanden, welche außerhalb der eigenen Website stattfinden. Diese Maßnahmen haben das Ziel die Popularität der Website zu erhöhen.

Maßnahmen der Off-Page-Optimierung 

Bei der Off-Page-Optimierung richten sich die Maßnahmen nicht nach der Struktur der eigenen Website oder der darauf befindlichen Inhalte, sondern nach externen Faktoren[6], die eine bessere Positionierung in den Suchergebnissen ermöglichen. Hierbei werden Verlinkungen, sogenannte Backlinks erstellt, welche von einer externen Website eine Verknüpfung zur eigenen Website herstellen.[7] In der Erstellung dieser Backlinks ist auf die Qualität und Vertrauenswürdigkeit zu achten, da für Google nicht die Quantität dieser Verlinkungen relevant sind. Der Linkaufbau über Blogs, Foren und auf Seiten, welche auf Suchmaschinenoptimierung spezialisiert sind, sollte verzichtet werden.

Allgemein wird im Linkaufbau zwischen 3 Arten unterschieden:

  • Interne Links: Verlinkung der Seiten innerhalb einer Website
  • Externe Links: Weiterverlinkungen auf andere Websites
  • Backlinks: Eingehende Links von anderen Websites

Warum sind Backlinks so wichtig?

Die Bedeutung von Backlinks im Bereich der SEO ist mit einer hohen Wichtigkeit anzusehen. Durch diese „Weiterempfehlungen“ steigt die Bewertung der eigenen Website. Somit sollte der Aufbau dieser Backlinks eine zentrale Aufgabe der eigenen SEO einnehmen.[8]

Aktiver Backlink-Aufbau

Backlink-Aufbau kann aktiv betrieben werden. Durch Content Marketing kann gezielt eine Steuerung dieser Generierung vorangetrieben werden. In diesem Fall können Website-Betreiber Gastartikel oder anderen Content auf anderen Webseiten platzieren und darin einen Link generieren, indem sie auf die eigene Website verweisen. Denkbar sind auch Links zur eigenen Website, die über Social Media verteilt werden.

Passiver Backlink-Aufbau

Im Gegensatz zum aktiven Backlink-Aufbau besteht der passive darin, durch eigenen Content die Nutzer dazu animieren, aus eigener Motivation zu verlinken. Das Ziel besteht hierbei die Qualität der Seite so zu steigen, um diese Motivation zu erreichen.

 

Chancen und Risiken von Suchmaschinenoptimierung

Das folgende Kapitel geht auf die allgemeinen Chancen und Risiken ein, welche sich für
Unternehmen bei der Anwendung von Suchmaschinenoptimierung ergeben können.

Chancen bei der Anwendung von SEO

Die Suchmaschinenoptimierung ermöglicht zunächst eine Steigerung der Sichtbarkeit der eigenen Internetseite in den Suchmaschinen. Durch die erhöhte Sichtbarkeit kommen mehr Besucher mit der eigenen Website in Kontakt, was zu einer höheren Unternehmensbekanntheit führt. Beispielsweise erscheint durch das mehrfache Einbinden von relevanten Keywords in den Website-Inhalten die Verlinkung im Optimalfall auf den ersten zwei Seiten der organischen Suchergebnissen und geht nicht in den hinteren Seiten der Trefferliste verloren.

Zudem fördert eine gute Keyword-Einbindung einen “qualitativ hochwertigen Traffic”, denn die relevanten Zielgruppen werden auf diese Weise besser angesprochen. Werden Onpage- und Offpage-Optimierungsmaßnahmen richtig angewendet, können die Besucherzahlen gezielt erhöht werden. Zudem finden dann vor allem jene Besucher den Weg auf die Website, die sich auch für die dortigen Themen und Inhalte interessieren und durch den Besuch einen Mehrwert erhalten. Zielpersonen werden also leichter erreicht. Ergänzend dazu sinkt auch die Absprungrate. Durch die gezielte Ansprache der relevanten Zielgruppe und dem damit verbundenen Interesse an den Themen und Inhalten, verweilen die Besucher länger auf der Website. Zudem ergibt sich beim Einsatz von Suchmaschinenoptimerung die Chance, den Umsatz zusätzlich steigern. Unter Verwendung von umsatzrelevanten Schlüsselwörtern mit hohem Suchpotenzial, also häufig von den Zielgruppen verwendete Suchbegriffe, ergibt sich ein großer Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen im Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen, resultierend aus einer hohen Relevanzbewertung und sehr guten Platzierung in den Suchergebnissen.

Da immer mehr Menschen das Internet mit ihren mobilen Endgeräten nutzen, sollte auch die Gestaltung der Website für mobile Geräte optimiert werden. Hier ergibt sich in Bezug auf SEO eine große Chance, denn Websites, die für die mobile Nutzung optimiert wurden, werden grundsätzlich besser bewertet, als solche, die nur für Desktop-Anwendungen programmiert wurden. Um die eigene Website für mobile Endgeräte, also Tablet-PCs und Smartphones zu optimieren, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man gestaltet eine eigenständige, mobile Version, die vom Original losgelöst ist und eine eigene URL besitzt (zum Beispiel Desktop-Version: www.test.de; Mobile-Version: www.m.test.de). Oder man setzt die Website im sogenannten responsive Design auf, das heißt, die angezeigte Website passt sich der Geräte-Oberfläche des Nutzers an, ohne dass im HTML-Code etwas geändert werden muss. Hat bereits die Desktop-Version der Website eine hohe Relevanzbewertung durch die Suchmaschine erhalten, so wird diese auch für die mobile Version übernommen und es müssen keine zusätzlichen Optimierungen durchgeführt werden. Dies trifft sowohl auf die eigenständige, mobile Website als auch auf die Internetseite im Responsive Design zu.

Risiken bei der Anwendung von SEO

Die Anwendung von Suchmaschinenoptimierung birgt auch gewisse Risiken, beispielsweise in Hinblick auf den Kosten-Nutzen-Vergleich. So sollte der Dienstleister, welcher das Unternehmen bei der Suchmaschinenoptimierung unterstützt, im Vorfeld sorgfältig ausgewählt werden. Bei der Wahl eines unseriösen Partners besteht die Gefahr von Fehlinvestitionen, da die ausgewählte Agentur möglicherweise kein ausreichendes Know-how besitzt, nicht auf dem technisch aktuellsten Stand arbeitet oder die falschen Keywords für das beauftragende Unternehmen auswählt, was alles zu einer schlechten Positionierung in den SERPs führt. Zudem besteht oft die Annahme, dass Suchmaschinenoptimierung als einmalige Maßnahme durchgeführt werden kann und danach nicht mehr berücksichtigt werden muss. Dabei ändern Suchmaschinenanbieter regelmäßig ihre Algorithmen, weshalb jedes Unternehmen bzw. jeder betreuende Dienstleister die Suchmaschinenoptimierung als dauerhafte Maßnahme begreifen und immer über den aktuellen Stand bzgl. Veränderungen und Entwicklungen informiert sein sollte. Andernfalls droht bei Vernachlässigung und Unachtsamkeit eine Verschlechterung der Ranking-Positionen.

SEO und SEO im Vergleich - Unterschiede zwischen Suchmaschinenmarketing und Suchmaschinenoptimierung

Abb. 3: Zeithorizont bei SEO und SEA

Ergänzend hierzu ist zu erwähnen, dass sich der Erfolg oder Misserfolg von Suchmaschinenoptimierung, wie in Abbildung 3 dargestellt, erst über einen mittel- bis langfristigen Zeitraum ermitteln lässt.  Bei SEO handelt es sich jedoch um eine fortlaufende Optimierungsmaßnahme, die eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt, bevor Auswirkungen sichtbar werden. Aufgrund hoher notwendiger Anfangsinvestitionen, welche notwendig sind, um die technischen Voraussetzungen zu Beginn zu erfüllen, setzt eine erhoffte Wirkung, zum Beispiel eine Umsatzsteigerung, erst zeitverzögert ein. Folglich kann erst im späteren Verlauf des Optimierungsprozesses festgestellt werden, ob die Maßnahmen erfolgreich waren oder nicht. Ein direkter Kosten-Nutzen-Vergleich ist nicht möglich und es sollte eine Abwägung stattfinden, ob der Fokus auf schnelle oder langfristige Erfolge abzielt.

Ergänzend zu den vorherigen Risiken kann auch eine Abwertung bzw. eine negative Bewertung durch Google, aufgrund einer Anmeldung bei sogenannten Linkfarmen erfolgen. Linkfarmen sind Internetseiten, meist ohne eigene Inhalte, die nur zu dem Zweck bestehen, viele Verlinkungen auf externe Websites zu sammeln und aufzulisten. Dabei geht es nur um die Erhöhung der Linkpopularität und die Manipulation der natürlichen Suchergebnisse. Google bestraft dieses Verhalten mit Ranking-Abwertungen bei einzelnen Keywords.

Zuletzt besteht auch die Gefahr, dass sich das Unternehmen selbst oder der beauftragte SEO-Dienstleister bei der Website-Optimierung zu sehr auf die Suchmaschinen-Vorgaben fokussiert und beim Erstellen der Website-Inhalte den Nutzer aus dem Auge verliert. Die Internetseite besitzt dann zwar eine sehr gute Sichtbarkeit, jedoch steigt die Absprungrate, da die Seite dem Besucher keinen Mehrwert bietet, zu viel Text besitzt oder nicht benutzerfreundlich gestaltet ist.

 

Ausblick SEO-Marketing

Im Folgenden sollen einige mögliche Ansätze der Zukunft der Suchmaschinenoptimierung aufgezeigt werden.

Universal Search / Blended Search

Neben der eigentlichen Suchanfrage werden z.B. bei einem Dienst wie Karten zusätzliche Informationen, welche eigentlich nicht angefragt wurden, angezeigt. Schon heute wird dies bei einigen Anfragen bei Google oder Bing eingesetzt. Somit werden die klassischen „ten blue links“, also die zehn „normalen“ organischen Suchergebnisse[9] erweitert. Diese erweiterten Ergebnisse konkurrieren dabei mit den AdWords-Werbungen und den Ergebnissen der unterschiedlichen vertikalen Datenbanken.

Dafür sollten Website-Betreiber nicht ausschließlich die organische Suche beachten und optimieren, sondern auch vertikale Datenbanken wie Videos, News oder Blogs bedenken, um eine maximale Reichweite erreichen zu können.

Google Base

Bei der Suchmaschine Google wird in Zukunft vor allem die Konvergenz von verschiedenen Diensten und Anbietern vorangetrieben. So ist der Dienst Google Base insbesondere für Betreiber von Online-Shops hilfreich, da Händler dort ihre gesamte Produktpalette als Feed bereitstellen können. Google übernimmt diese dann in die Produktsuche blendet sie oftmals direkt in Suchergebnisse ein (siehe Universal Search). Neben Produkten können aber auch Events, Immobilien oder Reisen eingesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass es zukünftig Möglichkeiten für alle Branchen geben wird, strukturierte Daten für Google bereitzustellen.

Gute und schlechte Links erkennen

Die algorithmische Erkennung von guten oder schlechten Links durch Google wird durch eine Vielzahl von manipulierten Links heute nötig. Die von Google angestrebte Erkennung beruht auf der Relevanz von externen Verlinkungen beim Ranking. Website-Betreiber müssen somit selbst eine Strategie entwickeln, warum andere Websites sie freiwillig verlinken sollen. Hierbei kann das Linkbait, eine Strategieform, bei der man attraktive oder auch kontroverse Inhalte bereitstellt, um gezielt gute Verlinkungen aufzubauen.

Long Tail

Aktuelle Auswertungen zur Anzahl von Suchbegriffen verdeutlichen, dass eine Vielzahl der Suchanfragen länger und spezieller werden – ein Effekt, der als Long Tail bezeichnet wird. Dies kann mir der Ausdehnung des indexierten Webs und der dadurch begründeten Steigerung der Suchergebnisse begründet werden. Deshalb müssen Webseiten in Zukunft versuchen, alle relevanten Wortkombinationen abzubilden.

Rich Snippets

Bereits heute zielt Google darauf ab, dass Website-Betreiber neue Standards zu erfüllen, damit Google Seitendaten gezielt erkennen kann. Wer solchen Standards folgt, soll in Zukunft mit besseren Suchergebnissen belohnt werden. Aktuell setzten trotz des geringen Aufwands nur wenige diese Standards um, so dass diese aktuell nur bei wenigen ausgewählten Websites angezeigt werden können.

Unique Content

Seit einigen Jahren sortiert Google nicht relevant erscheinende Webseiten aus, da der Konzern mehr Wert auf Unique Content legt. Dabei können auch Probleme entstehen, wenn sich der Text bspw. eigener Produktbeschreibungen denen auf Plattformen ähnelt. Deshalb müssen Unternehmen in Zukunft eigene Unique Content Strategien entwickeln.

Personalisierte Suche & Semantik

Die Semantik stellt für Suchmaschinen oftmals ein Problem dar. Google experimentiert deshalb mit der personalisierten Suche. Dadurch können Suchergebnisse durch vermeintliche Vorlieben und aus Daten bisheriger Suchanfragen verbessert werden. Fraglich ist, ob dies relevante Auswirkungen für Unternehmen hat, da dies prinzipiell helfen kann, unnützen Traffic zu vermeiden. [10]

Maschinelles Lernen und künstliche Intelligenz

Google setzte bereits heute das maschinelles Lernen ein, wobei gleichzeitig auch auf die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz gesetzt wird. Das sogenannte RankBrain soll vor allem die Suchanfragen verstehen, welche bisher noch nie eingegeben wurden. Laut Google sind 15 % der Anfragen noch nie gestellt worden. RankBrain hilft dabei, diese einzuordnen, um passende Ergebnisse zu liefern.[11]

Fazit

Das Ziel einer Vielzahl der Aktivitäten von Google ist die Listung von relevanter Webseiten. Deshalb soll stärker auf strukturierte Daten zugreifen werden. Wer hier nicht den Anschluss verlieren will, muss dem Nutzer einen echten Mehrwert bieten, denn dann erfüllt man zahlreiche der in Zukunft relevanten Faktoren ohne weiteres.[12]

 

 

 

[1] Vgl. Sens, B. (2018), S. 1

[2] Vgl. Statista (Hrsg.) (2018), https://de.statista.com/statistik/studie/id/6921/dokument/google-statista-dossier/; Letzter Abruf: 24.05.2018

[3] Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH (Hrsg.) (2018), https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/search-engine-optimization-54486; Letzter Abruf: 23.05.2018

[4] Vgl. Mitchell, M. (2012)

[5] Google Inc. (Hrsg.) (2018), https://www.google.de/search?q=studieren+stuttgart&oq=studieren+s&aqs=chrome.0.69i59j0j69i57j0l3.2119j0j7&sourceid=chrome&ie=UTF-8; Letzter Abruf: 23.05.2018

[6] Vgl. Von Bischopinck, Y./ Ceyp, M. (2009), S. 215

[7] Vgl. Eng, P. (2017), S. 13

[8] Vgl. Klem, C./ Klem, S. (2012), S. 60 f.

[9] Vgl. Gurerri, L. (2017); https://www.forbes.com/sites/forbesagencycouncil/2017/05/17/beyond-the-10-blue-links-optimizing-for-googles-universal-search-in-2017/#1c7ab7d11e82; Abruf: 10.06.2018

[10] Zu diesem Abschnitt vgl. Alpar, A., Koczym M., Metzen, M. (2015) SEO – Strategie, Taktik und Technik, S. 417 ff.

[11] Vgl. Böhle, K. (o.J.); https://www.deutsche-startups.de/2017/01/27/ein-blick-die-zukunft-der-suchmaschinenoptimierung/; Abruf: 10ö.06.2018

[12] Vgl. Google Corp. (2018); https://events.google.com/io/; Abruf: 10.06.2018