Ready to go viral?

Virales Marketing – Ready to go viral?

Content Marketing, Digital Marketing, Influencer, Influencer Marketing, Methoden & Tools, Social Media

Virales Marketing – Definition

Was ist virales Marketing?

Unter viralem Marketing ist eine moderne Marketingform zu verstehen, die sich der sozialen Medien bedient. Sie hat sich somit erst in den letzten Jahren stark entwickelt und gilt heute als eine der bewährtesten Formen, Werbebotschaften und andere Nachrichten zu verbreiten.[1] Around the worldDas Wort „viral“ stammt ursprünglich aus der Medizin. Es beschreibt eine Erkrankung oder Infektion, die durch einen Virus ausgelöst wurde. Merkmale einer Virusinfektion sind unter anderem die schnelle Verbreitung und die Unwirksamkeit von Antibiotika gegen die Viren. Man kann als Erkrankter also nichts tun um aktiv in den Genesungsprozess einzugreifen, lediglich die Symptome können gelindert werden.[2] Ähnlich schnell und hartnäckig wie eine virale Infektion verbreitet sich auch virales Marketing im Netz. Die Inhalte einer solchen Marketingmaßnahme sind auf den ersten Blick ungewöhnlich, um die Aufmerksamkeit der Nutzer zu erlangen. Dies dient in der Regel dazu eine Marke oder ein Produkt bekannt zu machen. Der Erfolg von viralem Marketing wird aufgrund des minimalen finanziellen Aufwands als sehr groß eingestuft.[3]

Formen des viralen Marketings

Die Form des viralen Marketings lässt sich in vier verschiedene Arten kategorisieren. Zwei davon entstehen aus der Aktivität des Verbreiters und die anderen beiden aus dem Umfang der Marketingfunktion. Sie werden nachfolgend kurz erläutert:[4]

  • Aktivität des Verbreiters
    • Passives virales Marketing
      Hierunter ist zu verstehen, dass die Nachricht allein durch den Gebrauch der Produkte durch die Nutzer selbst verbreitet wird.
    • Aktives virales Marketing
      Der Verbreiter muss sich selbst darum bemühen, dass die Nachricht geteilt wird und möglichst viele weitere Nutzer erreicht. Er muss den „Virus“ in die Welt und die Verbreitung in Gang setzen. Voraussetzung hierfür sind natürlich die Motivation sowie die technischen Möglichkeiten.
  • Umfang der Marketingfunktion
    • Werbungsorientierter Ansatz
      Die Kommunikation und Bewerbung eines Produkts oder einer Marke steht im Vordergrund. Ein hoher Verbreitungsgrad wird angestrebt, um diverse Marketingziele zu erreichen. Darunter fallen häufig die Steigerung des Bekanntheitsgrads oder der Markenprägung.
    • Ganzheitlich orientierter Ansatz
      Dieser Ansatz hat neben dem werblichen Aspekt auch andere Funktionen, wie zum Beispiel die Marktforschung, die Preisfindung oder die Produktgestaltung. Die frühzeitige Integration des Konsumenten soll den gesamten Marketingprozess unterstützen. Die Einbindung der Zielgruppe ermöglicht eine höhere Identifikation der Nutzer mit dem Produkt, beziehungsweise der Marke.

Möglichkeiten der Verbreitung 

Die Verbreitung viraler Marketingbotschaften findet überwiegend im digitalen Raum statt. Auch wenn die klassische Mundpropaganda als eine mögliche Verbreitung zu nennen ist, wird meist auf technische Funktionen und mediales Umfeld gesetzt.[5] Um einen kleinen Überblick zu schaffen sind anschließend die gängigsten Verbreitungswege aufgezählt:[6]

  • Tell-A-Friend-Funktionen
  • E-Mail-Weiterleitung
  • Weblogs
  • Beiträge innerhalb Communitys
  • SMS/MMS
  • Kommunikation mit Influentials

Grundvoraussetzung für virales Marketing

Der Inhalt des viralen Marketings soll die Nutzer ködern und neugierig machen. Dafür ist es von Vorteil, die Inhalte möglichst unterhaltsam und originell zu gestalten. Die Botschaft muss überraschend, einzigartig und vor allem kostenlos sein. Die Verbreitung kann durch sachliche oder auch monetäre Belohnungen angespornt werden und die Nutzer aktiv dazu auffordern, die Nachricht zu teilen.[7] Bei der strategischen und zielgruppengenauen Platzierung und Verbreitung viraler Webebotschaften spricht man von „Seeding“. Das, aus dem Englischen stammende Wort, bedeutet „aussäen“. Es soll lediglich ein „Samen“ in die digitale Welt gestreut werden. Das Wachsen und Gedeihen der „Pflanze“ übernehmen dann die Nutzer der sozialen Medien etc. Wie auch in der Pflanzenwelt ist hierbei auf ein entsprechend gutes (fruchtbares) Umfeld zu achten.[8]

 

Exkurs Empfehlungsmarketing – EWOM

Definition WOM und EWOM

Der Begriff „Empfehlungsmarketing“ setzt sich aus den Worten „Empfehlung“ und „Marketing“ zusammen. Das Wort „Marketing“ kommt vom dem englischen Verb „to market“ und bedeutet auf Deutsch „Handel treiben“.[9] Der Terminus „Empfehlung“ wird im angelsächsischen Sprachraum mit „recommendation“ übersetzt.

Die Literatur bietet gegenwärtig keine allgemeingültige Definition des Empfehlungsmarketing-Begriffs. Hierbei ist zu erwähnen, dass er keinesfalls ein klar abgegrenztes Forschungsgebiet bezeichnet. Die Wissenschaft liefert eine Fülle an verwandten Begriffen in diesem Themengebiet.[10] Zunächst lässt sich die „Weiterempfehlung“ von dem angloamerikanischen Begriff „Word-of-Mouth“ (WOM), auf Deutsch „Mundpropaganda“ oder „Mund-zu-Mund-Werbung“, ableiten.[11] Daher wird im Folgenden zunächst die Bedeutung des WOM betrachtet.

Die WOM-Kommunikation gilt als eine der ältesten Lösungen zur Überbringung von verlässlichen Informationen über Personen, Produkte und Dienstleistungen, deren Qualität vor dem Kauf noch unbekannt ist.[12] Bereits 1967 definiert Arndt WOM als verbale Kommunikationshandlung zwischen einem Sender und einem Empfänger über Produkte, Dienstleistungen und Marken. Der Empfänger empfindet diese Kommunikation als neutral, da er dem Sender kein kommerzielles Interesse unterstellt.[13] Buttle ergänzt und unterscheidet diese Definition von Arndt, mit den Eigenschaften:[14]

  • Valanz: Positive oder negative WOM
  • Focus: Konzentration des WOM auf Kunden, Lieferanten oder Beschäftigte
  • Timing: Zeitliche Planung des WOM vor oder nach dem Kaufprozess
  • Intervention: Aktive oder passive Einflussnahme des WOM
  • Solication: WOM wird entweder von Unternehmen selbst initiiert oder nicht

Dieses Verständnis von WOM, das Konsumenten befähigt, Informationen und Erfahrungen mit anderen Konsumenten zu teilen, vertritt auch die Word of Mouth Marketing Association (WOMMA). Erst durch die Einflussnahme auf die Kommunikationshandlung zwischen den Konsumenten ist von WOMM die Rede. Dabei erfolgt die Beeinflussung durch ein Unternehmen oder durch Dritte, die im Auftrag des Unternehmens handeln, d. h. den Konsumenten einen Anlass geben, über Produkte und Dienstleistungen zu sprechen. Für die WOMMA fungiert der Terminus WOM als Oberbegriff, dem WOMM untergeordnet ist.[15] In dieser Arbeit wird WOMM als synonymer Gattungsbegriff zum Empfehlungsmarketing verwendet.

Die Managementberaterin und Autorin Schüller, die sich unter anderem auf Kundenloyalität und Empfehlungsmarketing spezialisiert hat, impliziert mit einer Empfehlung einen „über die reine Kommunikation hinaus [..] einflussnehmenden Handlungshinweis, sei er positiver oder negativer Natur, dem in den meisten Fällen eine eigene Erfahrung mit dem jeweiligen Angebot vorausgeht […].“[16]

In Anlehnung an den Definitionsansatz der WOMMA wird nach Kozinets u. a. WOMM als die aktive Beeinflussung des kundenseitigen Kommunikationsprozesses durch professionelle Marketingtechniken definiert.[17] Eine Zusammenfassung der zentralen Merkmale von WOM und WOMM kann der nachfolgenden Tab. 1 entnommen werden.

Gegenstand Autor und Jahr Merkmale
WOM Arndt, J. (1967) Verbale Kommunikationshandlung, die unabhängig und nicht kommerziell ist
WOM Buttle, F. A. (1990) ·       Valanz: positiv oder negativ

·       Focus: Kunden, Lieferanten oder Beschäftigte

·       Timing: vor oder nach dem Kauf

·       Intervention: aktiv oder passiv

·       Solication: vom Unternehmen selbst initiiert oder nicht

WOMM WOMMA (Hrsg.) (2005) Einflussnahme auf Kommunikationshandlung durch ein Unternehmen oder Dritte
WOMM Schüller, A. M. (2008) positiver oder negativer Handlungshinweis, dem eine eigene Erfahrung vorausgeht
WOMM Kozinets, R. V. u. a. (2010) Einflussnahme auf Kommunikationshandlung durch professionelle Marketingtechniken

Tab. 1: Zentrale Merkmale des WOM und WOMM[18]

Aus Sicht der Managementberaterin Schüller eignet sich das Empfehlungsmarketing sowohl für Business-to-Consumer- als auch für Business-to-Business-Märkte (B2C bzw. B2B).[19] Andere Autoren wiederum sehen dieses Instrument schwerpunktmäßig im Bereich des B2C.[20]

Virales Marketing – EWOM

Neben dem Begriff des traditionellen WOMM nimmt die digitale Mundpropaganda, auch unter Electronic-Word-of-Mouth (EWOM) geläufig, eine hohe Aktualität ein. Im Zuge der internetbasierten Kommunikation hat sich der Empfängerkreis von Informationen um ein Vielfaches gegenüber dem traditionellen WOMM erhöht.[21] So lässt sich EWOM als „any positive or negative statement made by potential, actual, or former customers about a product or company, which is made available to a multitude of people and institutions via the Internet“[22] bezeichnen. D. h., es werden sowohl positive als auch negative Aussagen von potenziellen, aktuellen oder ehemaligen Kunden über ein Produkt oder ein Unternehmen einer Vielzahl von Personen und Institutionen über das Internet bereitgestellt.

Die Möglichkeiten, über das Internet digitale Mundpropaganda zu betreiben, sind vielfältig. Beispiele dafür sind Diskussionsforen, Chatrooms, Blogs, Social Networks, Webseiten, usw.[23] Die EWOM-Kommunikation erfolgt mithin meist in schriftlicher Form über das Internet. Zudem verbreiten sich Botschaften schneller und die Internet-User bewahren eine gewisse Anonymität. Hinzu kommt, dass die Internet-Kommunikation gespeichert und jederzeit abrufbar ist.[24] Darüber hinaus sind an dieser Stelle die Untergruppen des Empfehlungsmarketings Viral-Marketing, Social-Media-Marketing, Buzz-Marketing, Community-Marketing und Influencer-Marketing zu erwähnen. All diese Formen basieren auf dem Grundprinzip des WOMM.[25] Die beiden erstgenannten Untergruppen werden im Folgenden kurz erläutert. „Viral Marketing beschreibt das gezielte Auslösen von Mundpropaganda zum Zwecke der Vermarktung von Unternehmen und deren Leistungen.“[26] Im Kern werden durch das Viral-Marketing Botschaften rasant und effizient wie ein „Virus“ innerhalb eines Netzwerks verbreitet. Das Social-Media-Marketing hingegen legt seinen Schwerpunkt auf die Interaktionen der Nutzer von sozialen Netzwerken. Die Schnelligkeit der Ausbreitung von WOM tritt beim Social-Media-Marketing in den Hintergrund. Allerdings können Interaktionen in sozialen Netzwerken virale Effekte nach sich ziehen.[27]

Vergleich WOM und EWOM

Eine vergleichende Betrachtung von WOM und EWOM wird im Nachfolgenden unternommen. Im Rahmen der klassischen Mundpropaganda ist der Empfänger aktiver Teil der interpersonellen Kommunikation, wohingegen dies bei der elektronischen Form der Mundpropaganda nicht der Fall ist.[28] Emotionen und zwischenmenschliche Beziehungen rücken bei der EWOM in den Hintergrund. Bei beiden Formen kann es zu positiver wie auch negativer Mundpropaganda kommen. Jedoch hat positives EWOM einen hohen Einfluss auf den Erfolg eines Unternehmens und dessen Produkte.[29] In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass es sich bei klassischen Kundenempfehlungen um eine enge, über längere Jahre hinweg bestehende Anbieter-Kunden-Beziehung handelt. Sofern die Qualitätsanforderungen des Kunden bereits zu Beginn einer Kundenbeziehung erfüllt werden, wird dieser bereit sein, eine Weiterempfehlung auszusprechen. Für das Viral-Marketing dagegen ist die Dauer einer Beziehung von geringer Bedeutung, denn im Fokus stehen hierbei „Gelegenheitsempfehlungen“, die temporärer und situativer Natur sind. Darunter fallen unter anderem Tipps zu einer Webseite und unspezifische Empfehlungen wie Storytelling, bei der der Autor den zu vermittelnden Inhalt in Form einer Geschichte erzählt.[30]

 

Vorteile und Nachteile des viralen Marketings

Vorteile des viralen Marketings

Virales Marketing bietet Ihnen die Möglichkeit eine große Reichweite mit geringen Kosten zu erzielen. Denn mithilfe der kostenlosen sozialen Medien, zu welchen bspw. Facebook zählt, können Inhalte einfach und unkompliziert verbreitet werden. Gute Inhalte werden teilweise immer wieder neu von den Usern geteilt und kursieren damit auch noch nach Monaten und Jahren in den sozialen Medien.[31] Somit kann durch dieses vielfache Teilen des Inhaltes eine große Reichweite erzielt werden und die User werden zu direkten Werbebotschaftern. Dies schließt einen weiteren Vorteil ein, denn User von sozialen Medien nehmen die Inhalte als vertrauenswürdiger wahr, wenn sie von Freunden oder Influencern geteilt werden. Damit können Sie positives Image für Ihr Unternehmen erreichen.[32]

Inhalte des viralen Marketings geben Ihnen zusätzlich den Vorteil, dass User diesen Content nicht unmittelbar als Werbung wahrnehmen. Dieser wird innerhalb des Newsfeeds der User angezeigt und kann im Gegensatz zu klassischen Werbeanzeigen nicht von Werbeblockern herausgefiltert werden.[33]

Die Vorteile des viralen Marketings im Überblick:

  • Kostengünstige Marketingmethode
  • Große Reichweiten möglich
  • Virale Inhalte werden nicht direkt als Werbung wahrgenommen
  • User werden zu Werbebotschaftern

Nachteile des viralen Marketings

Virales Marketing bringt neben den Vorteilen auch einige Nachteile mit sich. Dazu zählt u. a., dass Sie Ihren viralen Inhalt nicht mehr anhalten oder kontrollieren können, sobald Sie ihn veröffentlicht haben.[34] Ebenso haben Sie keinen Einfluss darauf, ob die richtige und von Ihnen gewünschte Zielgruppe damit angesprochen wird.[35] Zusätzlich besteht die Gefahr, dass die User die Botschaft des Inhaltes nicht richtig verstehen und es damit zu negativem User-generated Content (UGC) kommt, welcher sich auch negativ auf Ihr Image auswirken kann.[36] Zudem kann der Erfolg des viralen Marketings nicht eindeutig prognostiziert und detailliert gemessen werden.[37]

Übersicht über die Nachteile des viralen Marketings:

  • Veröffentlichter Content lässt sich nicht mehr stoppen oder beeinflussen
  • Genaue Zielgruppenansprache nicht möglich
  • Keine Kontrolle über die Verbreitung und den UGC möglich
  • Negative Auswirkung auf Image möglich

 

Expertentipps für Ihr Virales Marketing

Damit Ihre virale Kampagne möglichst erfolgreich wird, zeigen wir Ihnen Tipps und Tricks von Social Media-Experten für ein erfolgreiches virales Marketing:[38]

Tipp 1: Emotionen hervorrufen 

Die Inhalte Ihrer viralen Kampagne sollten originell sein und Emotionen bei den Usern hervorrufen, die sie z. B. erheitern, berühren oder in bestimmten Situationen unterstützen und ihnen helfen. (Philipp Steuer, Social Media Manager)

Tipp 2: Identifikation mit den Themen

Die Zielgruppe sollte sich mit den Inhalten Ihrer viralen Kampagne identifizieren und mitreden können, damit diese sich aktiv mit den Inhalten auseinandersetzen. (Dominik Schwarz, VP Marketing & Communications, HomeToGo)

Tipp 3: Richtiger Zeitpunkt

Veröffentlichen Sie Ihre Inhalte zum richtigen Zeitpunkt und dort, wo sich Ihre Zielgruppe aufhält. Mithilfe von bspw. Bookmarkportalen können aktuelle, interessante Themen und Trends beobachtet und erkannt werden. (Nicole Mank, Junior SEO Consultant, SEOSEO GmbH)

Tipp 4: Emotionale Bilder

Bilder und Cartoons oder Karikaturen, die Emotionen übermitteln oder aktuelle Geschehnisse aufgreifen, erreichen große virale Effekte. (Jan Stranghöner, Junior Product Manager SEO & Social Media, DuMont Net GmbH & Co. KG)

Tipp 5: Beeinflussung durch Influencer 

Identifizieren Sie Influencer, die innerhalb Ihrer Zielgruppe aktiv sind bspw. mithilfe von Social Scoring Plattformen. Damit können Sie eine starke Beeinflussung Ihrer Zielgruppe erreichen. (Stefan Oversberg, Semper Superior, Online Marketing Beratung)

Tipp 6: Zielgruppenorientierte Ansprache

Umso stärker der Autor Ihres Inhalts eine emotionale Verbindung zum jeweiligen Thema hat, desto mehr kann eine zielgruppenorientierte Ansprache erzielt werden. (Helen Schrader, SEO Consultant, SEOPT e.K.)

 

Beispiele & Best Practice für virales Marketing

EDEKA-Supergeil 

Sparkasse: Die nackte Wahrheit über den Flitzer Opa

Videospiel Moorhuhn und Johnny Walker 

Eines der ersten Beispiele für virales Marketing war das Werbespiel Moorhuhn, das von der Firma Phenomedia AG für Johnnie Walker entwickelt wurde. Innerhalb von kürzester Zeit entwickelte das Spiel eine enorme Popularität und Bekanntheit. Dies übertrug sich dann auch auf die Whiskey-Marke Johnnie Walker.[39]

Ice Bucket Challenge

Neben viralen Kampagnen mit einem direkten Werbezweck, gibt es auch im viralen Marketing Kampagnen mit einem sozialen Hintergrund. Die Ice Bucket Challenge war 2014 eine der erfolgreichsten viralen Kampagnen. Dabei filmten sich Menschen, wie sie sich eisiges Wasser über den Kopf gossen und sagten dabei Spenden für die Erforschung der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) zu. Zusätzlich wurden dabei auch weitere Mitglieder ihres sozialen Netzes zur Nachahmung aufgefordert. Am Ende hatten mehr als 28 Millionen Menschen die Herausforderung angenommen und insgesamt 115 Millionen Dollar gespendet.[40]

Weitere Beispiele für virales Marketing

Virales Marketing - Oscar-Selfie von Ellen de Generes

Selfie von Ellen de Generes bei der Oscar-Verleihung 2014 – Virales Marketing von Samsung [41] 

Do it like Amazon

Do it like Amazon – Virales Marketing auf dem Wochenmarkt [42]

 

Virales Marketing – Entwicklung einer Kampagne 

Für die Entwicklung einer erfolgreichen Strategie für ein virales Marketing sollten Sie folgende Punkte beachten: [43]

Zieldefinition 

Zunächst müssen die Ziele der Kampagne definiert und festgelegt werden, wie diese zu erreichen sind. Zu den Zielen einer Strategie für ein virales Marketing gehören unter anderem:

  • Erhöhung der Reichweite
  • Erhöhung der Aufmerksamkeit
  • Verbesserung des Images
  • Erreichen neuer Zielgruppen
  • Erhöhung des Traffics auf der Webseite

Diese Ziele können natürlich auch mit anderen Marketingstrategien erzielt werden. Aus diesem Grund sollten Sie im Unternehmen entscheiden, ob es nicht sinnvoll wäre mit dem zur Verfügung stehenden Budget zunächst den Aufbau einer Community in den sozialen Netzwerken zu fördern. Die Etablierung einer gewissen Fanbase ist unerlässlich, um ein virales Marketing überhaupt erfolgreich an den Start zu bringen.

Präsentation des Inhalts 

Die Werbebotschaft im viralen Marketing kann auf verschiedene Wege an die Zielgruppe Ihres Unternehmens übermittelt werden. Dabei nehmen vor allem Videos einen sehr großen Anteil ein, wie die Best Practice Beispiele zeigen. Neben Videos stehen Ihnen aber auch weitere Kampagnengüter für das virale Marketing zur Verfügung:

  • Bilder, Fotos, Infografiken
  • PDF-Dateien oder Präsentationen
  • Online-Spiele
  • Apps und Software
  • E-Books, Dokumentation, Whitepaper, Tutorials

Mehrwert und Nutzen

Eine erfolgreiche Kampagne muss in jedem Fall einen Nutzen haben und dem Betrachter einen Mehrwert bieten, damit dieser ihn veröffentlicht. Der Nutzen kann sich beispielsweise in Form eines Unterhaltungswerts oder Spaß äußern. Zudem kann eine Kampagne auch einen informativen Nutzen aufweisen oder das Leben der Zielgruppe maßgeblich vereinfachen.

Nur wenn für den Nutzer ein Weiterleitungsanreiz vorliegt, ist dieser auch dazu bereit, den Inhalt über verschiedene Plattformen zu teilen. Dabei nutzt ein virales Marketing bestehende Verhaltensmuster, z.B. das Bedürfnis sich mitzuteilen, zu einer Gruppe zu gehören oder das Bedürfnis nach Aufmerksamkeit. Ihre virale Kampagne muss diese Bedürfnisse ansprechen, um zu erreichen, dass die Nutzer die virale Botschaft tatsächlich auch verbreiten. Sie müssen dabei immer das Gefühl haben, die Weiterleitung bringt ihnen mehr Nutzen als Risiken.

Emotionen und einzigartige Ideen

Für die erfolgreiche Umsetzung einer Kampagne für ein virales Marketing müssen bei den Konsumenten Emotionen hervorgerufen werden. Durch diese können sich die Betrachter besser an die transportierte Botschaft beziehungsweise die Marke erinnern. Emotionen wie beispielsweise Freude, Erstaunen, Interesse und Neugier können am besten durch Bilder und Videos transportiert werden. Durch die Erzeugung von Emotionen ist zudem die Verbreitung durch die Nutzer höher und auch nur so hat die Kampagne das Potenzial sich viral zu verbreiten. Neben den Emotionen und dem Nutzen spielt auch die Einzigartigkeit, Individualität und Kreativität der Kampagne eine große Rolle hinsichtlich der viralen Verbreitung.

Streuung der viralen Kampagne

Unternehmen, die glauben ein virales Marketing bestehe aus einer Veröffentlichung der einzelnen Kampagnen über die Webseite und in den sozialen Medien, liegen damit ziemlich falsch. Wer so denkt, lässt die die Wirkung einer viralen Marketingkampagne weitgehend wirkungslos verfliegen. Die Botschaft muss gezielt aktiv gestreut werden, um erfolgreich zu werden. Sie kann beispielsweise über ausgewählte Multiplikatoren und Influencer Ihrer Branche erfolgen. Zudem ist es wichtig über das Networking die persönlichen Kontakte zu Personen zu identifizieren und zu pflegen, die sehr breit vernetzt sind.

Erfolgsmessung für ein virales Marketing

Die Messung des Erfolgs Ihres viralen Marketings ist in der der Regel recht aufwändig, da es nicht nur ein einziges Tool gibt, mit dessen Hilfe die Verbreitung einer Kampagne gemessen werden kann. Außerdem hängt der Erfolg einer viralen Kampagne auch von Ihren im Vorfeld festgelegten Zielen ab.

Tools für die Erfolgsmessung:

  • Social Media Monitoring Tools
  • Recherche-Tools, um Influencer ausfindig zu machen
  • Alert-Tools, wie z.B. Google Alerts oder Talkwalker
  • Webanalyse-Tools, wie z.B. Google Analytic
  • Online-Clipping-Dienste im Print-, Online- und Rundfunk-Bereich
  • E-Mail-Marketing-Software, wie z.B. Cleverreach oder Evalanche liefert umfangreiche Reports

 

 

Quellen:

[1] Vgl. Heymann-Reder, D. (2012), Social Media Marketing. Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen, S. 31

[2] Vgl. Trupkovic, T. u. a. (2012), Antimikrobielle Therapie bei Patienten nach Verbrennungstrauma, S. 256

[3] Vgl. Heymann-Reder, D. (2012), Social Media Marketing. Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen, S. 31

[4] Vgl. im Folgenden Schulz, S./ Mau, G./ Löffler, S. (2011), Motive und Wirkungen im viralen Marketing, S. 220 ff.

[5] Vgl. Schulz, S./ Mau, G./ Löffler, S. (2011), Motive und Wirkungen im viralen Marketing, S. 218

[6] Vgl. im Folgenden Weis, C. (2015), http://www.business-on.de/virales-marketing-definition-virales-marketing-_id40892.html; Abruf: 21.05.2018, o. S.

[7] Vgl. ebenda

[8] Vgl. Kientzler, F. (2018), https://suxeedo.de/content-seeding/; Abruf: 21.05.2018, o. S.

[9] Vgl. Bibliographisches Institut GmbH (Hrsg.) (2018), https://www.duden.de/…; Abruf: 05.02.2018, o. S.

[10] Vgl. Schüller, A. M. (2008), Zukunftstrend Empfehlungsmarketing, S. 26; vgl. Schüller, A. M. (2013), Touchpoints. Auf Tuchfühlung mit dem Kunden von heute, S. 112; vgl. Weiber, R./ Wolf, T. (2013), Word-of-Mouth Marketing. Die Nutzung nachfragerseitiger Kommunikation für die Vermarktung, S. 211

[11] Vgl. Holzapfel, F. u. a. (2015), Digitale Marketing-Evolution. Wer klassisch wirbt, stirbt, S. 267

[12] Vgl. Radic, D./ Posselt, T. (2009), Word-of-Mouth Kommunikation, S. 251

[13] Vgl. Arndt, J.: Word of Mouth Advertising and Informal Communication. Boston, 1967, S. 190, zit. nach: Weiber, R./ Wolf, T. (2013), Word-of-Mouth Marketing. Die Nutzung nachfragerseitiger Kommunikation für die Vermarktung, S. 210

[14] Vgl. im Folgenden Buttle, F. A. (1990), Word of mouth: understanding and managing referral marketing, S. 243 ff.

[15] Vgl. Word of Mouth Marketing Association (Hrsg.) (2005), http://www.nick-rice.com/…; Abruf: 24.01.2018, S. 2

[16] Schüller, A. M. (2008), Zukunftstrend Empfehlungsmarketing, S. 27

[17] Vgl. Kozinets, R. V. u. a. (2010), Net worked Narratives: Understanding Word-of-Mouth Marketing in Online Communities, S. 71

[18] Eigene Darstellung

[19] Vgl. Schüller, A. M. (2008), Zukunftstrend Empfehlungsmarketing, S. 27

[20] Vgl. Rankel, R./ Neisen, M. (2013), So funktioniert Empfehlungsmarketing heute, S. 17; vgl. Tropp, J. (2014), Marketingkommunikation als Teil der Unternehmenskommunikation, S. 1115

[21] Vgl. Schüller, A. M. (2006), Empfehlungen sind planbar. Das klassische Marketing stösst an seine Grenzen, S. 42; vgl. Lis, B./ Korchmar, S. (2013), Digitales Empfehlungsmarketing. Konzeption, Theorien und Determinanten zur Glaubwürdigkeit des Electronic Word-of-Mouth (EWOM), S. 11

[22] Hennig-Thurau, T. u. a. (2004), Electronic word-of-mouth via consumer-opinion platforms: What motivates consumers to articulate themselves on the internet?, S. 39

[23] Vgl. Hennig-Thurau, T. u. a. (2004), Electronic word-of-mouth via consumer-opinion platforms: What motivates consumers to articulate themselves on the internet?, S. 39; vgl. Schüller, A. M. (2006), S. 42

[24] Vgl. Hennig-Thurau, T. u. a. (2004), Electronic word-of-mouth via consumer-opinion platforms: What motivates consumers to articulate themselves on the internet?, S. 43

[25] Vgl. Tropp, J. (2014), Marketingkommunikation als Teil der Unternehmenskommunikation, S. 1115; vgl. Word of Mouth Marketing Association (Hrsg.) (2005), http://www.nick-rice.com/…; Abruf: 24.01.2018, S. 3

[26] Langer, S. (2009), Viral Marketing. Wie Sie Mundpropaganda gezielt auslösen und Gewinn bringend nutzen, S. 27

[27] Vgl. Tropp, J. (2014), Marketingkommunikation als Teil der Unternehmenskommunikation, S. 1115

[28] Vgl. Lis, B./ Korchmar, S. (2013), Digitales Empfehlungsmarketing. Konzeption, Theorien und Determinanten zur Glaubwürdigkeit des Electronic Word-of-Mouth (EWOM), S. 6

[29] Vgl. Lis, B./ Korchmar, S. (2013), Digitales Empfehlungsmarketing. Konzeption, Theorien und Determinanten zur Glaubwürdigkeit des Electronic Word-of-Mouth (EWOM), S. 12

[30] Vgl. Langer, S. (2009), Viral Marketing. Wie Sie Mundpropaganda gezielt auslösen und Gewinn bringend nutzen, S. 30

[31] Vgl. zu diesem Abschnitt Aufgesang GmbH (Hrsg.) (o. J.), https://www.sem-deutschland.de/inbound-marketing-agentur/online-marketing-glossar/definition-viral-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[32] Vgl. zu diesem Abschnitt Fischer, J. (2018), https://www.marketinginstitut.biz/blog/virales-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[33] Vgl. zu diesem Abschnitt Beilharz, F. (2018), https://felixbeilharz.de/experten-tipps-fuer-virales-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[34] Vgl. Gay, R./ Charlesworth, A./ Esen, R. (2007), Online Marketing. A Customer-led approach, S. 414

[35] Vgl. Aufgesang GmbH (Hrsg.) (o. J.), https://www.sem-deutschland.de/inbound-marketing-agentur/online-marketing-glossar/definition-viral-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[36] Vgl. SEO-Küche Internet Marketing GmbH & Co. KG (Hrsg.) (o. J.), https://www.seo-kueche.de/lexikon/virales-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[37] Vgl. Fischer, J. (2018), https://www.marketinginstitut.biz/blog/virales-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[38] Vgl. im Folgenden Beilharz, F. (2018), https://felixbeilharz.de/experten-tipps-fuer-virales-marketing/; Abruf: 18.05.2018

[39] Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Virales_Marketing; Abruf: 22.05.2018

[40] Vgl. http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/psychologie-virale-strohfeuer-1.3378220, Abruf: 11.03.2018

[41] Vgl. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ellen-degeneres-selfie-samsung-kauft-sich-einen-oscar-auftritt-12831037.html

[42] Vgl. https://www.romankmenta.com/querdenken-mach-es-wie-amazon/; Abruf: 22.05.2018

[43] Vgl. im Folgenden https://tusche-online.de/wie-funktioniert-virales-marketing/; Abruf: 22.05.2018